Der Hamster

 

Der Hamster

 

Text von: http://new.mypetstop.com

Ein Pärchen
lernt sich kennen

Hamster sind streitbar und reagieren
gereizt auf Artgenossen. Dabei machen sie keine Unterschiede zwischen
gleichgeschlechtlichen Konkurrenten oder solchen vom anderen Geschlecht.
Der sicherste Weg, ein Pärchen aneinander zu gewöhnen, sind zwei Käfige,
die über eine Röhre miteinander verbunden sind. Achtung: die Röhre muss
von beiden gut erreichbar sein und ausreichend Platz bieten, dass die zwei
auch aneinander vorbeilaufen können. Lassen Sie den Verbindungsweg
zwischen den beiden Käfigen anfangs noch geschlossen, stellen Sie die
zwei Käfige dicht aneinander und verlegen Sie die Schlafhäuschen der
Tiere ans jeweils gegenüberliegende Ende, so dass die Häuschen, so weit
wie es geht, voneinander entfernt sind. Bedenken Sie: Die dauernde Nähe
eines Rivalen stresst die Tiere und würde, wenn die Häuschen nah
beieinander stehen, keines der zwei gut schlafen lassen. Erst wenn
Weibchen und Männchen öfter mal abends Nasenkontakt zueinander aufnehmen
und deutliches Interesse aneinander zeigen, können Sie die „Verbindungstür“
öffnen.

Die
Geschlechtsreife und Paarung

Hamster sind schon mit acht bis zwölf
Wochen geschlechtsreif. Bei zwei unerfahrenen Tieren dauert es aber
meistens, bis sie ein halbes Jahr alt sind, bevor die Paarung klappt. Die
Hochzeit ist nicht sehr romantisch, denn der Bräutigam verfolgt seine
Braut und ist dabei nicht zimperlich. Er beschnuppert ihre Schwanzregion,
um den richtigen Zeitpunkt für die Paarung nicht zu verpassen. Das
Weibchen duldet ihn allerdings ohnehin nur dann, sonst beißt sie ihn
energisch weg. Ganz selten lassen die beiden sich bei den eigentlichen
Paarungsakten zuschauen, meistens merken wir Menschen erst, wenn die zwei
sich wieder in ihre jeweiligen  Gehege begeben haben und kein
Interesse mehr aneinander zeigen, dass Nachwuchs unterwegs ist.

Nestbau und
Geburt der Jungen

Wenn das Weibchen sich allmählich
rundet und beginnt, mehr Vorräte als sonst zu verstecken und das Nest
oder ihr Schlafhäuschen auszubauen und zu stopfen, können Sie davon
ausgehen, dass das Weibchen trächtig ist. Sie werden das Weibchen oft nur
zu Gesicht bekommen, wenn sie Futtervorräte holt, weil sie viel mehr schläft
als sonst. Die Tragzeit beträgt 16-18 Tage. Wenn die Jungen – zwischen
sechs und acht – geboren sind, bleibt das Weibchen in den ersten Tagen und
Nächten bei ihnen. Sie säugt, putzt und wärmt die nackten, blinden
Winzlinge und regt die Verdauung durch Belecken der Bauchregion an. Weil
das Weibchen unmittelbar nach der Geburt ihrer Jungen paarungsbereit ist,
sollte die Verbindung zwischen den beiden Käfigen unbedingt geschlossen
bleiben. Der Vater könnte seine Jungen sonst umbringen. Hamsterbabys
werden nackt, blind und hilflos geboren, sie schimmern rosa und sind um
einen Zentimeter groß. Aber sie entwickeln sich rasant. Und das zehrt natürlich
an den Kräften der Mutter.

Die Ernährung
des Muttertieres

Bieten Sie zusätzlich
zur Normalkost jetzt ruhig ein paar eiweißhaltige Extras an – Hüttenkäse,
Magerquark, Joghurt, Mehlwürmer, Hundebiskuits werden meistens gern
genommen. Wenn die Jahreszeit es erlaubt, können Sie jetzt auch
Weintrauben (einzelne Beeren) und Zuckermais (Stückchenweise) geben.
Beides schmeckt lecker und spendet Energie, die die Mutter gut gebrauchen
kann.

Lassen Sie die
Jungfamilie in Ruhe

Bis sich die Jungen zum erstenmal aus
dem Nest wagen, meistens drei Wochen nach ihrer Geburt, wenn ihr Sehsinn
schon funktionstüchtig ist, sollten Sie die ganze Familie in Ruhe lassen.
Versuchen Sie nicht, das Nest zu kontrollieren, bezähmen Sie Ihre Neugier
auf die Jungtiere und säubern Sie auch den Hamsterkäfig nicht. Wenn
Hamsterweibchen sich und den Nachwuchs in Gefahr wähnen, kann es
passieren, dass die Eltern ihre Babys töten. Erst wenn die Kleinen laufen
können und nicht mehr von der Muttermilch abhängig sind, mit rund 25
Tagen, ist dieses Risiko vorüber und Sie können sich an den
Erkundungstouren der Kinder und ihren temperamentvollen Spielen freuen.
Allerdings sollten Sie, sobald die Mutter anfängt, ihren Nachwuchs
wegzubeißen, die Jungtiere in ein anderes Gehege geben. Geschwister des
gleichen Geschlechts vertragen sich sogar, wenn sie miteinander
aufwachsen. Vor allem bei den Zwerghamstern können Sie eine männliche
oder weibliche Gruppe lebenslang zusammenlassen.

Die
Geschlechtsbestimmung

Wenn Sie sich nicht von den
Jungtieren trennen können, setzen sie die Brüder und Schwestern in je
einem Gehege zusammen. Manchmal gelingt es auch, die Mutter und ihre Töchter
harmonisch zusammenleben zu lassen.

Die Geschlechter lassen sich bei
gerade „flügge“ gewordenen Jungtieren sehr leicht bestimmen.
Nehmen Sie ein Kleines in die Hand, drehen es auf den Rücken und schauen
sich die Entfernung zwischen den beiden Geschlechtsöffnungen an. Liegen
die beiden weit auseinander, dann haben Sie ein Männchen in der Hand,
liegen sie dicht zusammen, handelt es sich um ein Weibchen.

Sobald die Kleinen einige Tage ihre
neue Welt erkundet haben, können Sie sie von der Mutter trennen. Spätestens,
wenn die Jungtiere sechs Wochen alt sind, müssen Sie das sogar, denn ab
dann können frühreife Jungtiere bereits geschlechtsreif sein.