Die Degus

Die Degus

Text von: http://new.mypetstop.com

 

 Degu oder
Strauchratte

Ein
Pärchen lernt sich kennen

Degus sind sehr soziale Tiere, die in
der freien Wildbahn in Familiengruppen mit engen Bindungen leben. Zu einer
artgerechten Haltung gehört, dass Degus mindestens als Pärchen, wenn
nicht sogar in kleinen Grüppchen gehalten werden. Eine Einzelhaltung ohne
Artgenossen grenzt an Tierquälerei. Ob Sie dabei zwei Männchen oder zwei
Weibchen zusammen halten, ist bei den Degus nicht so entscheidend, denn
die Geschlechter vertragen sich untereinander sehr gut. Wenn Sie Nachwuchs
haben wollen, um zum Beispiel zu züchten, kann auch ein Pärchen ständig
zusammen leben. Zwischen den Geschlechtern gibt es bei den Degus nämlich
keine großen Unterschiede hinsichtlich des Wesens und der möglichen
Zutraulichkeit. Wesensunterschiede sind bei diesen Tieren rein individuell
bedingt. Und wenn bei Ihnen ein Weibchen und ein Männchen zusammen leben,
wird Nachwuchs auch ohne Ihr Zutun nicht lange auf sich warten lassen. Sie
können auch ein Männchen mit mehreren Weibchen zusammen halten.
Schwierig könnte es nur werden, wenn mehrere Männchen und mehrere
Weibchen zusammen leben, denn die vielen Männchen würden schnell Stress
in die Gruppe bringen. In diesen Fällen sollten Sie alle anderen Männchen
aus dem Gehege herausnehmen, und nur noch ein Männchen mit
„seinen“ Weibchen zusammen halten. Falls Sie nicht schon ein
Paar pflegen, können Sie die Partner am besten in einem Käfig mit
Trenngitter oder beim gemeinsamen Freilauf aneinander gewöhnen. Degus
sind recht unkompliziert und aufgeschlossen, was das Kennenlernen neuer
Artgenossen betrifft. Trotzdem würde das einfache Hineinsetzen des neuen
Tieres in den Käfig des Alteingesessenen zu Stress für beide Tiere führen,
wenn sie sich auch sicherlich nicht so bekriegen würden, wie das zum
Beispiel bei anderen Nagern der Fall ist. 

Die
Geschlechtsreife und Paarung

Degu-Weibchen sind schon mit etwa
zwei Monaten geschlechtsreif, Degu-Männchen einen Monat später. Bei
zusammen aufgewachsenen Geschwisterpaaren setzt die Geschlechtsreife oft
erst wesentlich später ein. Die Vorbereitungen zur Hochzeit sind sehr
romantisch, denn der Paarung geht eine liebevolle Werbezeremonie mit
Beschnüffeln, Beknabbern und zarten Muckerlauten voraus. Ob die Paarung
gelungen ist, erkennt man daran, dass sich die Partner hinterher die
Genitalien sauber lecken. Während der Paarungsbereitschaft des Weibchens
finden zahlreiche Paarungen statt. In dieser Zeit verfolgt das Männchen
das Weibchen unablässig, stößt dabei trillernde Laute aus und deckt es
sofort nach dem Werfen wieder. Hin und wieder kommt es vor, dass das Männchen
kurzzeitig das Interesse verliert. Dann wird es vom Weibchen unmissverständlich
dazu aufgefordert, weitere Paarungsaktivitäten zu zeigen. Das Weibchen
bietet sich dann dem Männchen an, indem es auf ihm aufreitet.

Nestbau
und Geburt der Jungen

Wenn das Weibchen sich allmählich
rundet und beide Eltern beginnen, mehr Vorräte als sonst zu verstecken
und das Nest oder ihr Schlafhäuschen ausbauen und stopfen, können Sie
davon ausgehen, dass das Weibchen trächtig ist. Das trächtige Weibchen
muss von seinen Artgenossen nicht getrennt werden, da die Jungen im
Familienverband mit den erwachsenen Männchen heranwachsen. Die Tragzeit
beträgt 77 bis 90 Tage. Während des letzten Drittels der Tragzeit müssen
Sie dem Degu-Weibchen viel Ruhe gönnen, damit es nicht zu einer
Fehlgeburt kommt. Fassen Sie das Tier in dieser Zeit bitte nicht fest an,
denn die ungeborenen Jungen könnten darunter leiden.   
Wenn die Jungen – meistens zwischen vier bis sechs, selten bis zu zehn –
geboren sind, bleibt das Weibchen in den ersten Tagen und Nächten bei
ihnen. Sie säugt, putzt und wärmt die Winzlinge und regt die Verdauung
durch Belecken der Bauchregion an. Alle Weibchen einer Gruppe kümmern
sich intensiv um die jungen Tiere und betreuen die Neugeborenen. Weil das
Weibchen unmittelbar nach der Geburt ihrer Jungen paarungsbereit ist, wird
es oft auch gleich wieder gedeckt.Degubabys werden relativ weit entwickelt
und bis auf den Bauch voll behaart geboren. Sie können schon laufen und
ihre Augen sind halb oder ganz geöffnet. Vier Wochen lang werden sie gesäugt,
nach etwa sechs bis acht Wochen sind sie selbstständig und können
abgetrennt werden.

Die
Ernährung des Muttertieres

Säugende Degu-Weibchen benötigen
kein spezielles Futter. Allerdings haben sie einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf
und sollten in dieser Zeit mit mehr Saftfutter versorgt werden.

Lassen
Sie die Jungfamilie in Ruhe

Greifen Sie in der ersten Woche nach
der Geburt bitte nicht ständig ins Nest. Sehen Sie nur sorgfältig nach,
ob ein Jungtier eventuell gestorben ist, und entfernen Sie es. Ansonsten
sollten Sie Ihre Neugier bezähmen und auch den Käfig während dieser
Zeit nicht säubern. Bereits nach einer Woche können Sie die Jungen
vorsichtig in die Hand nehmen. Wenn Sie dies täglich zwei- bis dreimal
kurz tun, gewöhnt sich der Wurf sehr bald an Sie und Sie haben bereits
handzahme Tiere, wenn diese selbstständig werden.

Die
Geschlechtsbestimmung

Die Geschlechter lassen sich bei
gerade „flügge“ gewordenen Jungtieren sehr leicht bestimmen.
Nehmen Sie ein Kleines in die Hand, drehen es auf den Rücken, halten es
am Schwanzansatz hoch und schauen sich die Entfernung zwischen den beiden
Geschlechtsöffnungen an. Liegen die beiden weit auseinander, dann haben
Sie ein Männchen – auch „Böckchen“ genannt – in der Hand,
liegen sie dicht zusammen, handelt es sich um ein Weibchen. Nach etwa
sechs bis acht Wochen sollten die Jungtiere von der Mutter getrennt
werden. Die Weibchen unter ihnen sind dann bereits geschlechtsreif, bei
den Männchen dauert dies noch einen Monat länger.