Die Farbratte

Text von: http://new.petstop.com

 



Hier möchte ich einmal den Ablauf bei der Zucht von Farbratten erklären.

Das Zusammensetzen

Also wenn nun ein Paar zusammengeführt werden soll, muß dies auf neutralem Boden geschehen, so das sie sich kennen lernen können. Denn einander fremde Ratten und Mäuse, bekämpfen sich meistens blutig und können sich dadurch schwere Verletzungen zufügen. Daher sollte man am besten Heu und Zeitungspapier in der Kontaktzone  auslegen und die Tiere selber auch noch mit Heu abreiben, das überdeckt den Eigengeruch. Danach werden beide Tiere gleichzeitig in das Behältnis gesetzt. Es kann nun einige Stunden dauern, bis die Beiden sich zusammen finden. Danach kann man Tiere dann in das richtige Behältnis umsetzen.

Geschlechtsreife und Paarung

Ratten sind nach 55 bis 65 Tagen geschlechtsreif. Bei zwei unerfahrenen Tieren kann es allerdings bis zum Alter von einem halben Jahr dauern, bevor die Paarung klappt. Bei der Paarung selbst ist nichts von Hochzeitsromantik zu spüren, denn das Männchen verfolgt nun das Weibchen und geht dabei nicht zimperlich vor. Hierbei beschnuppert er pausenlos die Region um den Schwanz des Weibchens um ja nicht den richtigen Zeitpunkt für die Paarung nicht  zu verpassen. Das Weibchen duldet ihn allerdings ohnehin nur wenn sie bereit ist, sonst flieht sie oder beißt ihn weg.

Nestbau und Junge

Wenn das Weibchen sich allmählich rundet und beide Eltern in spe beginnen, mehr Vorräte als sonst zu verstecken und das Nest oder ihr Schlafhäuschen ausbauen und stopfen, können Sie davon ausgehen, dass das Weibchen trächtig ist. Die Männchen halten sich während der Tragzeit ihrer Frauen oft etwas abseits, treiben sich den halben Tag außerhalb des Häuschens herum, doch manche sind auch zärtliche werdende Väter und betütteln ihre Weibchen. Sie werden oft nur das Männchen zu Gesicht bekommen, weil sie viel mehr schläft als sonst. Die Tragzeit beträgt 19-21 Tage bei Mäusen und 21-23 Tage bei Ratten. Wenn die Jungen - zwischen acht und 10, manchmal noch mehr - geboren sind, bleibt das Weibchen in den ersten Tagen und Nächten bei ihnen. Sie säugt, putzt und wärmt die Winzlinge und regt die Verdauung durch Belecken der Bauchregion an. Der Vater löst sie ab und zu beim Wärmen der Babys ab, meistens aber lässt das Weibchen ihn nicht zu. Weil das Weibchen unmittelbar nach der Geburt ihrer Jungen paarungsbereit ist, wird sie oft auch gleich wieder gedeckt. Ratten- und Mäusebabys werden nackt, blind und hilflos geboren, sie schimmern rosa und sind um einen bis zwei Zentimeter groß. Aber sie entwickeln sich rasant. Und das zehrt natürlich an den Kräften der Mutter, die obendrein ja möglicherweise schon wieder trächtig ist.

Die Ernährung des Muttertieres

Bieten Sie zusätzlich zur Normalkost jetzt ruhig ein paar eiweißhaltige Extras an - Hüttenkäse, Magerquark, Joghurt, Mehlwürmer, Hundebiskuits werden meistens gern genommen. Wenn die Jahreszeit es erlaubt, können Sie jetzt auch Weintrauben (einzelne Beeren) und Zuckermais (Stückchenweise) geben. Beides schmeckt lecker und spendet Energie, die die Mutter gut gebrauchen kann.

Lassen Sie die Jungfamilie in Ruhe

Bis sich die Jungen zum erstenmal aus dem Nest wagen, meistens drei Wochen nach ihrer Geburt, wenn ihr Sehsinn schon funktionstüchtig ist, sollten Sie die ganze Familie in Ruhe lassen. Versuchen Sie nicht, das Nest zu kontrollieren, bezähmen Sie Ihre Neugier auf die Jungtiere und säubern Sie auch den Käfig nicht. Wenn Rennmäuse sich und den Nachwuchs in Gefahr wähnen, kann es passieren, dass die Eltern ihre Babys töten und sich dem erwarteten neuen Nachwuchs widmen. Erst wenn die Kleinen laufen können und nicht mehr von der Muttermilch abhängig sind, mit rund 3 Wochen, ist dieses Risiko vorüber und Sie können sich an den Erkundungstouren der Kinder und ihren temperamentvollen Spielen freuen.

Die Geschlechtsbestimmung

Ganz wichtig ist es, wenn die Jungen das Nest verlassen haben, ihre Geschlechter zu überprüfen und die Männchen und Weibchen zu trennen. Sonst haben Sie bald eine riesige Sippe in Ihrem Gehege. Verlassen Sie sich nicht auf die oft beschriebene Geburtenkontrolle bei Überbevölkerung. Es gibt zwar Familien, in denen nur ein Weibchen trächtig wird und nur ein Männchen decken darf, aber wenn Sie ein gut strukturiertes Zuhause für Ihre Tiere gebaut haben, wird die Sippe sich vermehren, bis wirklich kaum noch Platz ist. Wenn Sie sich nicht von den Jungtieren trennen können, setzen Sie die Brüder und Schwestern in je einem Gehege zusammen. Sie können auch die Mutter und ihre Töchter sowie den Vater und seine Söhne zusammenhalten, damit sich nicht neuer Nachwuchs einstellt. Wenn allerdings die Mutter bereits wieder trächtig ist, müssen Sie auch aus diesem Wurf die Männchen nach ihrer Selbstständigkeit herausnehmen.

Die Geschlechter lassen sich bei gerade "flügge" gewordenen Jungratten und Babymäusen sehr leicht bestimmen. Nehmen Sie ein Kleines in die Hand, drehen es auf den Rücken und schauen sich die Entfernung zwischen den beiden Geschlechtsöffnungen an. Liegen die beiden weit auseinander, dann haben Sie ein Männchen in der Hand, liegen sie dicht zusammen, handelt es sich um ein Weibchen.

Sobald die Kleinen einige Tage ihre neue Welt erkundet haben, können Sie sie von den Eltern trennen. Spätestens, wenn die Jungtiere sechs Wochen alt sind, müssen Sie das sogar, denn ab dann können frühreife Jungtiere bereits
geschlechtsreif sein ...