Die Häutung

Häutungsprobleme und ihre Gegenmaßnahmen

Da die Schlange ihr ganzes Leben lang wächst, kommt es immer wieder zu Häutungen. Da unter der alten Haut schon die neue nachgewachsen ist, muss die alte Haut abgestoßen werden.

Normalerweise gestaltet sich dies folgender Maßen: Bei einem normalen Häutungsvorgang, wird die Grundfarbe der alten Haut immer blasser, wird aber nicht trocken. Die Augen sind durch eine transparente Schuppe geschützt, der Brille oder Cornealschuppe, welche ebenfalls zunächst unklar und bläulich weiß wird. Dies Undurchsichtigkeit schränkt die Sehfähigkeit der Schlange zunehmend ein, bis sie nahezu blind ist. Ich glaube man muss nicht unbedingt darauf hinweisen, dass die Schlange in dieser Zeit besonders verteidigungsbereit ist. Die Unfähigkeit nicht sehen zu können und gleichzeitig eine überaus empfindliche Haut zu haben, resultiert in einer gesteigerten Aggressivität, äußert sich aber ansonsten eher als Lethargie.

In dieser Zeit ist das Risiko gebissen zu werden, für den Pfleger am größten. Diese Phase dauert ca. 7 - 10 Tage, während denen die Futteraufnahme in der Regel verweigert wird. Es kann aber sein, das Nachzuchten auch in dieser Zeit fressen, was aber nicht anzuraten ist, da eine Dehnung der neuen empfindlichen Haut den Häutungsprozess behindern könnte. Das Verfüttern von lebenden Beutetieren während der Häutung ist besonders gefährlich, da ein als Futter gedachtes Nagetier den Kampf gegen ein Fast blinde Schlange gewinnen kann.

 

Häutungsprobleme

 

Probleme bei der Häutung sind, wenn die Haut in Fetzen oder Streifen abgestreift wird oder wenn die Augenschuppen oder Analschilder sich nicht von der neuen Haut lösen. Gründe für eine unvollständige Häutung sind Dehydration, ein Mangel an UV-Strahlung, Hautverletzungen oder Erkrankung und falsche Haltung.

Die Brille ist die kritischste Stelle im Häutungsprozess. Es bedeutet den größten Stress für die Schlange, ihre Beute und Umgebung nicht richtig erkennen zu können.

Die Haut manuell vom Auge zu entfernen, ist ein sehr schwieriger Prozess, weil die Augenhornhaut sehr empfindlich ist. Man sollte die Schlange für 8 - 12 Std. in warmen Wasser " einweichen ", danach wird ein Wattestäbchen mit sterilem Wasser befeuchtet, mit dessen Hilfe die Haut um die Augen vorsichtig gerieben und eingeweicht wird. Hilft das nicht, legt man Feuchtkompressen über die Augen. Sollte das alles nicht helfen, bleibt nur noch der Gang zum Tierarzt.

Der Grund für eine Hilfe bei der Häutung ist, dass vertrocknete Häutungsreste in Form von Fetzen, Streifen oder Bändern auf der neuen Haut zu Durchblutungsstörungen lebenswichtiger Körperteile führen können.

Das Anfeuchten und Ablösen der Häutungsreste als Häutungshilfe sind die wichtigsten Komponenten der Behandlung. Nachdem wie vorher schon beschrieben die Schlange in einem 25 - 27°C warmen Wasserbad eingeweicht wurde, wird sie dann in Tuchlagen gebettet und von Kopf bis Schwanz sacht abgerieben.

In vielen Fällen lösen sich bei dieser Methode auch alte Augenschuppen und Analschilder.

Vorbeugung

 

In den meisten Fällen können Häutungsprobleme durch konstant artgerechte Luftfeuchtigkeit und ausreichende UV-Bestrahlung verhindert werden. Man sollte auch an Häutungshilfen wie Steine, starke Äste etc. denken.


Häutungsprobleme treten häufig bei Schlangen auf, die in einem Terrarium ohne Wassergefäß, Steine und/oder Äste gehalten werden. Alle diese Gegenstände stellen eine Häutungshilfe dar.