Die Pr 20meerschweinchen

Meerschweinchen

Text von: http://new.mypetstop.com

 

Ein
Pärchen lernt sich kennen

Wenn bei Ihnen bereits ein Weibchen
und ein Männchen zusammenleben, wird Nachwuchs auch ohne Ihr Zutun nicht
lange auf sich warten lassen. Wenn Sie allerdings ein Paar erst
zusammensetzen wollen, um zu züchten, müssen Sie die beiden erst auf
neutralem Grund und Boden sich kennen lernen lassen, bevor Sie ihnen ein
gemeinsames Heim bieten. Denn einander fremde Meerschweinchen grollen zunächst
und sie brauchen einige Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen. Gestalten
Sie die neutrale „Kontaktzone“ so strukturreich wie möglich.
Legen Sie Heu als Versteck hinein, zusammengeknülltes Zeitungspapier, das
Deckung bietet, vielleicht noch ein Zweige. Reiben Sie die beiden künftigen
Partner vor dem Zusammensetzen mit frischem Heu ab, das neutralisiert den
Eigengeruch des Körpers. Dann lassen Sie die beiden unbedingt
gleichzeitig los – in einer Badewanne zum Beispiel oder einem
ausbruchsicheren Raum. Die Tiere werden sich bei jeder Begegnung kurz
beschnuppern und dann anfangs sofort auseinanderstieben. Aber sie werden
auch durch Pfiffe, Grunzen, Quieken und Blubbern Kontakt zueinander
suchen. Es kann einige Stunden dauern, bis die Treffs friedlicher und
intensiver werden. Erst dann können Sie Ihr Paar in das Gehege setzen.

Die
Geschlechtsreife und Paarung

Meerschweinchen können schon mit 5-6
Wochen geschlechtsreif sein (manchmal schon früher) und erlangen die
Zuchtreife mit 5-6 Monaten. Bei zwei unerfahrenen Tieren dauert es aber
meistens, bis sie acht Monate alt sind, bevor die Paarung klappt. Die
Hochzeit ist im Vergleich zur Paarung anderer Kleintiere romantisch, denn
der Bräutigam flirtet mit seiner Braut, gurrt, lockt, tanzt vor ihr und
umkreist sie werbend. Er beschnuppert ihre Schwanzregion, um den richtigen
Zeitpunkt für die Paarung nicht zu verpassen. Das Weibchen spielt zunächst
die Kokette, wehrt ihn mit hohen Schreien, Tritten und Spritzern von Urin
ab oder flieht. Ganz selten lassen die beiden sich bei den eigentlichen
Paarungsakten zuschauen, denn Meerschweinchen paaren sich heimlich und
scheuen Beobachter. Meistens merken wir Menschen erst kurz vor der Geburt,
dass Nachwuchs unterwegs ist.

Nestbau
und Geburt der Jungen

Weil Meerschweinchenweibchen keine Nester bauen,
gibt es kaum sichere Anzeichen, dass das Weibchen trächtig ist. Die Böckchen
halten sich während der Tragzeit ihrer Frauen wie sonst auch in der Nähe,
auch die anderen Mitglieder der Gruppe verändern ihr Verhalten nicht. Die
Tragzeit beträgt zwischen 64 und 70 Tagen, eine sehr lange Zeit. Wenn die
Jungen – zwischen einem und drei, manchmal auch vier – geboren sind,
bleibt das Weibchen in den ersten Tagen und Nächten in ihrer Nähe. Sie säugt,
putzt und wärmt die schon 50-100 g schweren Miniausgaben ihrer Eltern.
Die Zwerge trippeln bereits wenige Minuten nach der Geburt hinter der
Mutter, einem anderen erwachsenen Tier oder dem Vater her und kuscheln
sich unter diese. Weil das Weibchen Stunden nach der Geburt ihrer Jungen
paarungsbereit ist, wird sie oft auch gleich wieder gedeckt, wenn Sie den
Bock nicht herausnehmen.

Meerschweinchenbabys sind Nestflüchter,
die bereits mit dem zweiten Gebiss, vollem Babyfell und offenen Augen
geboren werden und meistens schon gut zu Fuß sind. Und sie entwickeln
sich rasant. Obwohl sie von der Mutter gesäugt werden, knabbern sie
meistens vom ersten Tag an an Heuhalmen.
Täglich fressen sie mehr, erkunden neugieriger ihre Umgebung und beginnen
mit Kletter- und „Sprach“ Übungen.

Die
Ernährung des Muttertieres

Bieten Sie jetzt mehr gehaltvolles
Futter als üblich an, denn die Jungtiere fressen, was die Mutter zu sich
nimmt. Wenn die Mutter für mehr als zwei Babys sorgen muss, braucht sie
ebenfalls energiereiches Futter, um wieder zu Kräften zu kommen. Bedenken
Sie: Sie könnte auch schon wieder trächtig sein. Die Mutter wird auch
mehr trinken als sonst und Sie sollten dem Wasser während der Säugezeit
immer Vitamin C zusetzen.

Lassen
Sie die Jungfamilie in Ruhe

Weil die Meerschweinchenbabys sich
von Anfang an aus ihrem Nest bewegen, können Sie die Kleinen ruhig
Menschenduft schnuppern lassen. Mit einem Finger streicheln Sie zart übers
Babyfell, am besten geben Sie den Kleinen auch schon Namen. Ab der dritten
Lebenswoche sollten Sie eins nach dem anderen für kurze Zeit aus dem
Gehege nehmen und streicheln, um es menschenvertraut zu machen. Auf diese
Weise haben Sie bald sehr zahme Meerschweinchen.

Die
Geschlechtsbestimmung

Ganz wichtig ist es, so früh wie möglich
die  Geschlechter zu überprüfen und die Männchen und Weibchen zu
trennen. Der Vater wird seine Söhne nämlich nicht lange in Frieden
lassen und die wiederum sind ja auch bald geschlechtsreif. Ein
Meerschweinchenbock wird, wenn ihm mehrere Weibchen zur Verfügung stehen,
natürlich den gesamten Harem decken und so kann Ihre kleine Zucht schnell
außer Kontrolle geraten, wenn Sie nicht Weibchen und Böckchen trennen.

Die Geschlechter lassen sich bei
gerade „flügge“ gewordenen Meerschweinchen sehr leicht
bestimmen. Nehmen Sie ein Kleines in die Hand, drehen es auf den Rücken
und schauen sich die Entfernung zwischen den beiden Geschlechtsöffnungen
an. Liegen die beiden weit auseinander, dann haben Sie ein Männchen in
der Hand, liegen sie dicht zusammen, handelt es sich um ein Weibchen.

Sobald die Kleinen vier Wochen alt
sind, können Sie sie von den Eltern trennen. Spätestens, wenn die
Jungtiere 8 Wochen alt sind, müssen Sie das sogar, denn ab dann können
frühreife Jungtiere bereits geschlechtsreif sein …