Die Pr 20rennmaeuse

Rennmäuse

Text von: http://new.mypetstop.com

 

Wenn
bei Ihnen bereits ein Weibchen und ein Männchen zusammenleben, wird
Nachwuchs auch ohne Ihr Zutun nicht lange auf sich warten lassen. Wenn Sie
allerdings ein Paar erst zusammensetzen wollen, um zu züchten, müssen
Sie die beiden erst auf neutralem Grund und Boden sich kennen lernen
lassen, bevor Sie ihnen ein gemeinsames Heim bieten. Denn einander fremde
Rennmäuse bekämpfen sich meistens blutig und sie können sich
gegenseitig schwere Verletzungen zufügen. Gestalten Sie die neutrale
„Kontaktzone“ so strukturreich wie möglich. Legen Sie Heu als
Versteck hinein, zusammengeknülltes Zeitungspapier, das Deckung bietet,
vielleicht noch ein paar Pappröhren. Reiben Sie die beiden Mäuse vor dem
Zusammensetzen mit frischem Heu ab, das neutralisiert den Eigengeruch des
Körpers. Dann lassen Sie die beiden unbedingt gleichzeitig los – in einer
Badewanne zum Beispiel oder einem ausbruchsicheren Raum. Die Tiere werden
sich bei jeder Begegnung kurz beschnuppern und dann anfangs sofort
auseinanderstieben. Es kann einige Stunden dauern, bis die Treffs
friedlicher und intensiver werden. Erst dann können Sie Ihr Paar in das
Gehege setzen.

Die
Geschlechtsreife und Paarung

Rennmäuse sind schon mit acht bis zwölf
Wochen geschlechtsreif. Bei zwei unerfahrenen Tieren dauert es aber
meistens, bis sie ein halbes Jahr alt sind, bevor die Paarung klappt. Die
Hochzeit ist nicht sehr romantisch, denn der Bräutigam verfolgt seine
Braut und ist dabei nicht zimperlich. Er beschnuppert ihre Schwanzregion,
um den richtigen Zeitpunkt für die Paarung nicht zu verpassen. Das
Weibchen duldet ihn allerdings ohnehin nur dann, sonst flieht sie oder beißt
ihn weg. Ganz selten lassen die beiden sich bei den eigentlichen
Paarungsakten zuschauen, meistens merken wir Menschen erst am veränderten
Verhalten, dass Nachwuchs unterwegs ist.

Nestbau
und Geburt der Jungen

Wenn das Weibchen sich allmählich
rundet und beide Eltern in spe beginnen, mehr Vorräte als sonst zu
verstecken und das Nest oder ihr Schlafhäuschen ausbauen und stopfen, können
Sie davon ausgehen, dass das Weibchen trächtig ist. Die Männchen sind während
der Tragzeit ihrer Frauen oft sehr alarmbereit, stehen den halben Tag auf
dem Häuschen  und trommeln bei jedem ungewöhnlichen Geräusch, um
ihr Weibchen zu warnen. Sie werden oft nur das Männchen zu Gesicht
bekommen, weil sie viel mehr schläft als sonst und ihrem Partner die
Futtersuche und Anlage der Vorräte überlässt. Die Tragzeit beträgt
21-30 Tage. Wenn die Jungen – zwischen drei und acht – geboren sind,
bleibt das Weibchen in den ersten Tagen und Nächten bei ihnen. Sie säugt,
putzt und wärmt die knapp 3 g schweren Winzlinge und regt die Verdauung
durch Belecken der Bauchregion an. Der Vater löst sie ab und zu beim Wärmen
der Babys ab, meistens aber steht er Wache oder holt Nahrung. Weil das
Weibchen unmittelbar nach der Geburt ihrer Jungen paarungsbereit ist, wird
sie oft auch gleich wieder gedeckt. Rennmausbabys werden nackt, blind und
hilflos geboren, sie schimmern rosa und sind um die zwei Zentimeter groß.
Aber sie entwickeln sich rasant. Und das zehrt natürlich an den Kräften
der Mutter, die obendrein ja möglicherweise schon wieder trächtig ist.

Die
Ernährung des Muttertieres

Bieten Sie zusätzlich zur Normalkost
jetzt ruhig ein paar eiweißhaltige Extras an – Hüttenkäse, Magerquark,
Joghurt, Mehlwürmer, Hundebiskuits werden meistens gern genommen. Wenn
die Jahreszeit es erlaubt, können Sie jetzt auch Weintrauben (einzelne
Beeren) und Zuckermais (Stückchenweise) geben. Beides schmeckt lecker und
spendet Energie, die die Mutter gut gebrauchen kann.

Lassen
Sie die Jungfamilie in Ruhe

Bis sich die Jungen zum erstenmal aus
dem Nest wagen, meistens drei Wochen nach ihrer Geburt, wenn ihr Sehsinn
schon funktionstüchtig ist, sollten Sie die ganze Familie in Ruhe lassen.
Versuchen Sie nicht, das Nest zu kontrollieren, bezähmen Sie Ihre Neugier
auf die Jungtiere und säubern Sie auch den Käfig nicht. Wenn Rennmäuse
sich und den Nachwuchs in Gefahr wähnen, kann es passieren, dass die
Eltern ihre Babys töten und sich dem erwarteten neuen Nachwuchs widmen.
Erst wenn die Kleinen laufen können und nicht mehr von der Muttermilch
abhängig sind, mit rund 20 Tagen, ist dieses Risiko vorüber und Sie können
sich an den Erkundungstouren der Kinder und ihren temperamentvollen
Spielen freuen.

Die
Geschlechtsbestimmung

Ganz wichtig ist es, wenn die Jungen
das Nest verlassen haben, ihre Geschlechter zu überprüfen und die Männchen
und Weibchen zu trennen. Sonst haben Sie bald eine riesige Rennmaussippe
in Ihrem Gehege. Verlassen Sie sich nicht auf die oft beschriebene
Geburtenkontrolle bei Überbevölkerung. Es gibt zwar Rennmausfamilien, in
denen nur ein Weibchen trächtig wird und nur ein Männchen decken darf,
aber wenn Sie ein gut strukturiertes Zuhause für Ihre Tiere gebaut haben,
wird die Sippe sich vermehren, bis wirklich kaum noch Platz ist. Wenn Sie
sich nicht von den Jungtieren trennen können, setzen sie die Brüder und
Schwestern in je einem Gehege zusammen. Sie können auch die Mutter und
ihre Töchter sowie den Vater und seine Söhne zusammenhalten, damit sich
nicht neuer Nachwuchs einstellt. Wenn allerdings die Mutter bereits wieder
trächtig ist, müssen Sie auch aus diesem Wurf die Männchen nach ihrer
Selbstständigkeit herausnehmen.

Die Geschlechter lassen sich bei
gerade „flügge“ gewordenen Jungrennmäusen sehr leicht
bestimmen. Nehmen Sie ein Kleines in die Hand, drehen es auf den Rücken
und schauen sich die Entfernung zwischen den beiden Geschlechtsöffnungen
an. Liegen die beiden weit auseinander, dann haben Sie ein Männchen in
der Hand, liegen sie dicht zusammen, handelt es sich um ein Weibchen.

Sobald die Kleinen einige Tage ihre
neue Welt erkundet haben, können Sie sie von den Eltern trennen. Spätestens,
wenn die Jungtiere sechs Wochen alt sind, müssen Sie das sogar, denn ab
dann können frühreife Jungtiere bereits geschlechtsreif sein …