Winterruhe

Winterruhe

In der Natur halten
Schlangen aus gemäßigten Klimazonen wie zum Beispiel die Kornnatter, die
Bullennatter, die Königsnatter und die Strumpfbandnatter im Winter eine
Winterruhe. Durch die absinkenden Außentemperaturen wird der Stoffwechsel
herabgesetzt. Die Schlange bewegt sich weniger, die Herzfrequenz und
Atmung gehen zurück. So verbraucht sie in der kühleren Jahreszeit kaum
Energie und benötigt deshalb auch keine Nahrung mehr. Nur im Zustand der
Winterruhe haben Schlangen, die als wechselwarme Tiere auf Erwärmung
durch die Außentemperatur angewiesen sind, eine Chance zu überleben. Im
Gegensatz dazu bleiben Schlangen aus wärmeren Gebieten, wie die
Abgottschlange, das ganze Jahr über aktiv. Eine künstliche Winterruhe
würde bei diesen Schlangen dem natürlichen Rhythmus zuwiderlaufen.

Vorbereitung
zur Winterruhe

 

Man
sollte ab Oktober damit beginnen die Tageslichtlänge von 12 Stunden auf 6
Stunden verkürzen. Das muß aber sehr langsam geschehen, etwa über einen
Zeitraum von 2- 3 Wochen. Das gleiche gilt auch für die Temperatur die in
diesem Zeitraum auf allmählich 10°C gesenkt werden soll. Man Kann die
Tiere kurz vorher noch mal füttern, später nicht mehr, da durch die
herabgesetzte Temperatur keine effektive Verdauung mehr statt findet. Man
muß unbedingt darauf achten, das die Schlange nach der letzten Fütterung
abkotet. Daher sollte die letzte Fütterung Anfang Oktober erfolgen. Die
Schlange kann auch mehrfach mit lauwarmen Wasser gebadet werden, das
ermöglicht eine Flüssigkeitsaufnahme und erleichtert den Kotabsatz.
Während der Winterruhe sollte möglichst wenig Kot im Darm verbleiben, da
Gärprozesse oder die Vermehrung kälteliebender Bakterien die Schlange
töten können. Die Schlange kann in ihrem Terrarium bleiben, sofern sich
dieses in einen kühleren Raum ( Keller, Garage) transportieren läßt.
Andernfalls muß sie in eine Überwinterungskiste oder ein
Plastikterrarium umgesetzt werden.

 

Die
Überwinterung

 

Die
Überwinterung sollte sich bei Temperaturen zwischen 4 und 10°C
abspielen. Dieser Temperaturbereich muß eingehalten werden, denn bei
höheren Temperaturen wird die Schlange wieder aktiv. Dabei verbraucht sie
Energie, ist aber noch nicht in der Lage, neue neue Energie in Form von
Nahrung zu verwerten. Solche Halbschlafphasen führen zum Tod durch
Erschöpfung. Der Bodengrund in der Überwinterungskiste oder Terrarium
sollte mindestens 20cm tief und locker geschichtet sein, damit die
Schlange sich vergraben kann. Ein feuchtigkeitsspeicherndes Substrat wie
Moos, Laub oder Rindenmulch in Kombination mit Torf oder Erde läßt sich
gut verwenden. Es muß durch gelegentliches Besprühen etwas 
angefeuchtet werden, um ein Austrocknen der Schlange während der
Winterruhe zu verhindern. Die natürliche Feuchtigkeitsabgabe über Haut
und Schleimhäute ist zwar vermindert, aber noch vorhanden. Die Schlange
nimmt auch bei tieferen Temperaturen ab und zu Flüssigkeit auf, daher
sollte ein Wassergefäß nicht fehlen. Die Kiste oder Terrarium müssen
gut verschlossen sein, denn in den Keller eindringende Mäuse betrachten
Schlangen mitunter als Leckerbissen für zwischendurch und nagen die
wehrlose Schlange an. Die überwinternden Schlangen sollten 2- bis 3 mal
wöchentlich kontrolliert werden, dabei wird auch das Wasser nachgefüllt.

 

Aufwecken

 

Das
Aufwecken der Schlange erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Über zwei bis
drei Wochen hinweg wird die Temperatur wieder angehoben und
Tageslichtlänge gesteigert. Angenehm lauwarme Bäder unterstützen dabei
die Flüssigkeitsaufnahme und aktivieren den Stoffwechsel. Frühestens
eine Woche nach erreichen der üblichen Tagestemperatur kann die Schlange
wieder gefüttert werden. Dabei sollte zunächst ein kleines Futtertier
gegeben werden.


Kettennatter bei der Überwinterung